an der Evangelischen Hochschule Berlin Ringvorlesung „Gewalt gegen Frauen und Kinder“
Erscheinungsformen und Unterstützungsangebote. Mittwochs, 12–14 Uhr.
Für wen ist die Vorlesungsreihe?
Die Reihe richtet sich an zwei Gruppen, die im Berufsalltag denselben Fragen begegnen:
- Studierende sozialer Berufe an der EHB und anderen Hochschulen,
- insbesondere der Sozialen Arbeit, Religionspädagogik, Diakonik, Kindheitspädagogik, Pflege, Gesundheit und Erziehung (SAGE-Studiengänge).
- Die Reihe ist Teil des Studium Generale und offen für alle Studiengänge.
- Fachkräfte aus der Praxis, zum Beispiel aus Jugendhilfe, Kita und Schule, Beratungsstellen, Gemeinde und Diakonie, Gesundheitswesen und Verwaltung, die ihr Wissen über Gewaltschutz und das Berliner Hilfesystem auffrischen und Kontakte knüpfen möchten.
Vorkenntnisse sind nicht nötig. Jede Sitzung ist in sich abgeschlossen, sodass auch der Besuch einzelner Termine sinnvoll ist.
Programm
07.10.2026 – Gemeinsamer Auftakt EHB und BIG e.V.
- Einführung ins Thema; Vorstellung von BIG e.V.: Projekte und Geschichte
- Überblick: Erscheinungsformen von Gewalt, Berliner Hilfesystem, Rolle sozialer Berufe
- Doris Klappenbach-Lentz, Stefanie Sauer, Kristin Fischer
14.10.2026 – Frauenhauskoordinierung e.V.
- Kinder im Frauenhaus: an der Schnittstelle von Frauengewaltschutz und Kinderschutz
- Kinder als Mitbetroffene; Zusammenarbeit von Frauenhaus, Jugendamt und Schule/Kita
- Juliane Kremberg
21.10.2026 – berliner jungs – HILFE-FÜR-JUNGS e.V.
- Prävention und Beratung bei sexualisierter Gewalt an Jungen
- Jungen als Betroffene wahrnehmen; Gesprächsführung und Weitervermittlung
- Tobias Lohs
25.11.2026 – S.I.G.N.A.L. e.V.
- Intervention im Gesundheitsbereich gegen häusliche und sexualisierte Gewalt
- Anzeichen erkennen, Betroffene ansprechen, Verletzungen dokumentieren; Kooperation mit Gesundheitswesen
- Sina Homann
02.12.2026 – StoP Kreuzberg – Stadtteile ohne Partnergewalt e.V.
- Nachbarschaftliche Prävention gegen Partnergewalt
- Gemeinwesenarbeit; wie Nachbarschaft und Zivilcourage Schutz schaffen
- Angelika Greis und Melanie Lenk
06.01.2027 – Wildwasser e.V. – Mädchen*beratung
- Beratung für Mädchen bei sexualisierter Gewalt
- Parteiliche Mädchenarbeit; Beratung, Schutz und Begleitung im Verdachtsfall
- Nina Adomeit
13.01.2027 – Polizei Berlin, LKA 1 – Delikte am Menschen
- Ermittlungsarbeit und Opferschutz
- Was passiert nach einer Anzeige? Opferschutz, Zusammenarbeit von Polizei und sozialen Diensten
- Mitarbeitende der Polizei (angefragt)
Änderungen im Programm werden auf der Website der EHB bekannt gegeben.
Was Sie mitnehmen
Nach dem Besuch der Reihe können Sie:
- Erscheinungsformen von Gewalt gegen Frauen, Mädchen und Jungen unterscheiden (körperliche, psychische, sexualisierte, digitale Gewalt, Partnerschaftsgewalt, Gewalt gegen Kinder als Mitbetroffene).
- Anzeichen im eigenen Arbeitsfeld erkennen und Betroffene angemessen ansprechen, ohne sie zu überfordern oder zu gefährden.
- Das Berliner Hilfesystem überblicken: Frauenhäuser, Fachberatungsstellen für Mädchen und Jungen, Angebote im Gesundheitswesen, Nachbarschaftsprojekte, Polizei und Opferschutz.
- Schnittstellen zwischen Frauengewaltschutz, Kinderschutz, Gesundheitswesen und Strafverfolgung einordnen und wissen, an wen Sie in welcher Situation weitervermitteln.
- Die eigene professionelle Rolle und Haltung reflektieren, einschließlich Grenzen, Schweigepflicht und Selbstfürsorge.
Organisatorisches
- Teilnahme: Für Studierende der EHB im Rahmen des Studium Generale. Fachkräfte und Gäste sind herzlich willkommen; der Eintritt ist frei.
- Teilnahmebescheinigung: Auf Wunsch wird Fachkräften eine Bescheinigung über die besuchten Sitzungen ausgestellt. Dafür melden Sie sich bitte an Prof.in Stefanie Sauer: stefanie.sauer@eh-berlin.de
- Barrierefreiheit: Bei Unterstützungsbedarf (z. B. Zugang) melden Sie sich bitte vorab bei den Verantwortlichen.
Ablauf einer Sitzung
Damit Studierende und Fachkräfte gleichermaßen profitieren, folgt jede Sitzung einer festen Struktur:
- Impuls (ca. 45-60 Minuten): Die Referent:innen stellen ihre Organisation, typische Fallkonstellationen und ihr Unterstützungsangebot vor.
- Diskussion und Vernetzung (ca. 30-45 Minuten): Fragen aus dem Plenum, Austausch zwischen Studierenden und Praxis, Hinweise auf Materialien und Ansprechpersonen.
Zu jeder Sitzung stellen die Referent:innen nach Möglichkeit ein kurzes Handout mit Kontaktdaten und weiterführenden Materialien bereit.